Wettanbieter ohne Steuer: Wie die 5,3 % auf Quote und Auszahlung wirken

Updated Oktober 2026
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Stand: 30. Oktober 2026 · Die Erlaubnisangaben stammen aus der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, die Steuerregeln aus dem Rennwett- und Lotteriegesetz.

Ein Stadion unter Flutlicht, aus großer Entfernung über eine dunkle Wiese fotografiert, am Himmel zieht Nebel auf.
Die Sportwettsteuer wird in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 erhoben.

Es gibt sie, die Wettanbieter ohne Steuer. Nur nicht in der Form, in der die Werbung sie verspricht. Seit dem 1. Juli 2012 erhebt Deutschland auf Sportwetten eine Steuer, und die schuldet nicht der Mensch, der den Wettschein ausfüllt, sondern der Veranstalter. Er entscheidet damit auch allein, ob er diese Steuer aus seiner Marge bezahlt oder sie über den Einsatz, die Quote oder den Gewinn an seine Kunden weiterreicht. „Ohne Steuer“ ist deshalb keine Eigenschaft des Marktes, sondern eine Entscheidung des Anbieters — und weil sie den Preis einer Wette verändert, sollte man sie so lesen wie jede andere Preisfrage.

Damit fällt die Frage auseinander, mit der die meisten Leser ankommen. Sie lautet nicht: Wo gibt es keine Steuer? Sie lautet: Wer holt sie sich bei wem, und was kostet mich welcher Weg? Ein Buchmacher kann den Abschlag in der Quote verstecken, einen Posten auf dem Wettschein ausweisen oder auf seiner Startseite mit „0 %“ werben, während der Betrag in der Quotenhöhe längst eingerechnet ist. Am Ende zahlt immer jemand die 5,3 %.

Was folgt daraus für die Auswahl? Wer nur den Steuerbetrag vergleicht, vergleicht die falsche Zahl. Unter den zehn hier besprochenen Anbietern — alle mit einer Sportwettenerlaubnis in der behördlichen Whitelist — gibt es sehr unterschiedliche Wege, mit derselben gesetzlichen Steuer umzugehen, und der Weg, der zu einem passt, hängt vor allem davon ab, wie man setzt: mit vielen kleinen Einsätzen, mit wenigen großen, auf Außenseiter oder auf Favoriten. Für die Geschichte hinter diesen 5,3 % lohnt ein Blick auf das Jahr 2023: Die Steuereinnahmen aus Sportwetten fielen gegenüber dem Vorjahr um 5,2 % auf 409 Millionen Euro, lagen aber 116,8 % über dem Wert von 2013. Zehn Jahre zuvor waren es 189 Millionen Euro gewesen. Der Markt ist gewachsen, die Steuer mit ihm, und wer heute eine Wette platziert, steht am Ende dieser Entwicklung.

Steuern bei Sportwetten ohne Steuerabzug: Wie die Abgabe den Preis der Wette bestimmt

Die Erwartung klingt einfach: Wenn der Anbieter die Steuer schuldet, hat der Spieler mit ihr nichts zu tun. Genau so steht es im Gesetz — und genau deshalb ist die Steuer trotzdem im Preis. Wer eine Wette zu einer Quote von 2,00 abschließt, zahlt diesen Preis nicht als eine von zwei Komponenten; er zahlt ihn als Ganzes, und was der Anbieter an Abgaben abführt, muss aus der Differenz zwischen ausgezahlten Gewinnen und eingenommenen Einsätzen kommen. In dieser Differenz sitzen ohnehin schon die Marge und die Betriebskosten. Die Steuer kommt als dritter Posten hinzu, und an genau dieser Stelle beginnt die Entscheidung des Anbieters.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Rechnungen und ein Taschenrechner liegen auf einem Schreibtisch neben einer Tasse Kaffee im Licht des frühen Morgens.
Bei Wettarena fällt neben dem Wetteinsatz nur die gesondert ausgewiesene Steuer an (5,3 % des Spieleinsatzes inkl. Steuer).

Vier Wege existieren, sie zu verarbeiten. Der erste: der Anbieter trägt sie selbst aus seiner Marge und lässt Quote und Auszahlung unberührt — das ist die klarste Variante für den Kunden, und sie ist die, mit der Anbieter gern werben. Der zweite: er rechnet den Steuerbetrag in die Quoten ein, sodass die Absenkung nirgends als Position erscheint, aber in jedem Preis steckt. Der dritte: er weist die Steuer separat auf dem Wettschein aus und berechnet sie zusätzlich zum Einsatz. Der vierte: er lässt den Einsatz in Ruhe und kürzt im Gewinnfall die Auszahlung. Wer beim Blick auf den Wettschein nur die Einsatzhöhe prüft, übersieht drei dieser vier Wege.

Das ist der Punkt, an dem die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ anfängt zu arbeiten. Sie beschreibt den ersten Weg, und sie beschreibt ihn korrekt, solange der Anbieter ihn wirklich geht. Nur sagt sie nichts über die Höhe der Quoten, und die Höhe der Quoten ist es, die über den Wert einer Wette entscheidet. Ein Quotenabschlag von einigen Prozent, über alle Spiele eines Programms verteilt, kann für einen Vielspieler mehr kosten als die offene Steuer auf dem Wettschein. Dass die Steuer im Gesetz nicht am Einsatz klebt, wie es umgangssprachlich heißt, sondern an einer etwas kleineren Bemessungsgrundlage — dem Einsatz ohne den Steuerbetrag selbst — macht die Sache nicht transparenter. 5,3 % dieser Grundlage entsprechen rund 5,03 % des tatsächlich eingezahlten Betrags. Beide Zahlen sind richtig, und welche die Werbung nennt, sagt schon etwas über das Interesse des Absenders.

Nennenswert ist, wem diese Steuer überhaupt zufließt. Zuständig ist nicht die Glücksspielaufsicht, sondern das Finanzamt. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale) erteilt die Erlaubnis und überwacht sie, mit der Steuer hat sie nichts zu tun. Zwei Behörden, zwei getrennte Fragen: Erlaubnis ist die eine, Steuerlast die andere. Ein Anbieter kann in beiden Punkten völlig unterschiedlich dastehen, und ein Verstoß gegen die Steuerpflicht sagt nichts über den Status seiner Erlaubnis. Umgekehrt gilt: Dass ein Anbieter Steuern zahlt, beweist keine Erlaubnis. Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern die Falle, in die man tappt, wenn man „legal“ und „besteuert“ in einen Topf wirft.

Genehmigung des Anbieters und der Wettanbieter ohne Steuer

Der einzige belastbare Test auf eine deutsche Erlaubnis ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 des Glücksspielstaatsvertrags. Wer dort nicht steht, hat keine Erlaubnis, unabhängig davon, welche Lizenz aus welchem Land er vorzeigt. Der Stand der Liste, den ich hier heranziehe, ist der 2. Oktober 2026. Er umfasst 30 Einträge: 27 Halter mit einer Sportwettenerlaubnis, davon zwei zusätzlich für Pferdewetten, und drei Halter, die ausschließlich Pferdewetten anbieten. Jede Domain auf dieser Liste trägt die Endung .de — aber eine .de-Domain allein beweist nichts. Die Adresse ist eine Marotte des deutschsprachigen Marktes, kein Zertifikat.

Die Whitelist führt Erlaubnisdaten und keine Ablaufdaten; eine Ersterlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 für fünf Jahre. Wer heute in die Liste schaut und kein Enddatum findet, findet nicht, weil keines eingetragen wäre, sondern weil die Liste solche Angaben nicht vorsieht. Aus demselben Grund bedeutet ein Datum in der Liste auch nicht, dass ein Anbieter frisch am Markt ist: Der Eintrag unterscheidet zwischen Ersterlaubnis und Folgeerlaubnis, und die zehn unten besprochenen Häuser liegen bei der Ersterlaubnis zwischen Herbst 2020 und Herbst 2024.

Ein Detail, das beim Vergleich gern untergeht: Eine Erlaubnis gilt für eine bestimmte Domain und für ein bestimmtes Produkt. Nur die Domain, die unter der Sportwettenerlaubnis geführt ist, darf Sportwetten annehmen. Slots, Poker oder virtuelle Automaten eines Halters sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln, und eine Casino-Erlaubnis sagt über ein Sportwettenangebot nichts. Wer in der Whitelist blättert, sollte deshalb nach der Sparte sehen, nicht nur nach dem Namen. Genau diese Trennung ist auch für das Steuerthema relevant, denn die Sportwettensteuer trifft Sportwetten, nicht das Automatenspiel.

Wer bietet also überhaupt noch Wetten ohne Steuer an, wenn Deutschland doch eine hat? Die Frage hat eine unbequeme und eine angenehme Seite. Unbequem: Anbieter ohne deutsche Erlaubnis werben im Ausland mit steuerfreien Angeboten, obwohl die Steuer sie genauso trifft — sie führen sie an ihrer Aufsichtsbehörde ab, nicht an ein deutsches Finanzamt. Angenehm: Innerhalb des deutschen Systems existieren tatsächlich Gestaltungen, bei denen im Gewinnfall weder Einsatz noch Auszahlung gekürzt werden. Der Preis dafür ist, dass auch die Werbung sich an die Regeln halten muss, die für Erlaubnishalter gelten.

Das juristische Umfeld, in dem sich diese Diskussion bewegt, ist in Bewegung. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht — Aktenzeichen I ZR 90/23. Im zugrunde liegenden Fall verlangt der Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten zurück, die er in den Jahren 2013 bis 2018 platziert hatte. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 hielt der Generalanwalt Nicholas Emiliou es in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Versprechen auf Geld für Verluste ist das für niemanden. Es beschreibt aber, warum die Frage, bei welchem Anbieter man seine Einsätze lässt, eine ist, die nachträglich teuer werden kann.

Wettschein statt Werbeversprechen: Was im Kleingedruckten steht

Bei den Anbietern, die den Steuerbetrag nicht in der Quote verstecken, lohnt das Lesen der eigenen Regeln mehr als jede Startseite. Interwetten gibt in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Sportwetten, Abschnitt G.8, an, dass die Sportwettensteuer nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz von Interwetten getragen wird — und nimmt zum Ausgleich bei Wetten einen Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % vor. Im Gewinnfall wird die Auszahlungsquote und damit der Wettgewinn um diese 5,3 % reduziert; vom Einsatz zieht man dagegen nach den Bedingungen nichts ab, und Cash-Out-Gewinne sind ausgenommen. Die Steuerlast, die offiziell beim Unternehmen liegt, wird auf diese Weise in die Quote und dann in die Auszahlung übersetzt. Das ist eine von zwei tragfähigen Antworten auf die Frage, wer die Steuer wirklich trägt, und sie hat den Vorteil, in den Bedingungen nachlesbar zu sein.

Sportingbet nennt in seinen Wettregeln eine Steuer von „5% des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes; bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % des Bruttogewinns aus Einsatz mal Quote vom Gewinn ein. Hier steht die Steuer als eigener Posten im Regelwerk, und der Bruttogewinn ist die Bezugsgröße. Wettarena wiederum weist in ihren spielrelevanten Informationen aus, dass außer dem Wetteinsatz und der gesondert ausgewiesenen Steuer — 5,3 % des Spieleinsatzes inklusive Steuer — keine weiteren Kosten für die Teilnahme an einer Sportwette anfallen. Das ist die offenste Variante: Der Betrag erscheint als Position, nicht als versteckter Faktor. Bei Betway taucht die Wettsteuer im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins als eigener Posten neben den ausgewählten Spielen und dem jeweiligen Wettsystem auf. Wer vor dem Absenden einen Blick auf diesen Schritt wirft, weiß bei diesen Anbietern, was er zahlt, ohne eine Zeile AGB lesen zu müssen.

Die Gegenposition formulieren zwei Häuser mit einem Satz. ODDSET gibt an, weder den Einsatz noch den Gewinn der Spielenden mit einem Steuerabzug zu belegen; Gewinne werden demnach auf den kompletten Einsatz ohne Abzug ausbezahlt. Winamax wirbt auf seiner Website mit dem Slogan „0% Wettsteuer und die besten Quoten“. Man darf beide Sätze für bare Münze nehmen und trotzdem weiterlesen: Die Aussage „kein Abzug auf Einsatz und Gewinn“ ist nachprüfbar an der Auszahlung, die Behauptung „die besten Quoten“ ist es nicht, weil sie einen Vergleich voraussetzt, den jeder Anbieter für sich gewinnt. Wer die Wahl zwischen diesen Häusern hat, sollte die Quoten für die eigenen Spiele nebeneinanderlegen und den Steuerweg als zweite, nicht als erste Frage behandeln.

Wie die Steuer über Einsatz, Quote und Auszahlung umgelegt wird

Wer die vier Wege einmal durchgerechnet hat, versteht, warum zwei Anbieter mit derselben Steuer zu sehr verschiedenen Ergebnissen kommen können. Ein Rechenbeispiel für eine Einzelwette von 100 € zu einer Quote von 2,00: Fällt nichts an, beträgt die Auszahlung 200 € und der Nettoertrag 100 €. Wird die Steuer über den Einsatz abgerechnet, verschiebt sich die Bezugsgröße, weil der ausgezahlte Betrag nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes den Steueranteil nicht enthält — die Abgabe selbst liegt bei 5,3 % des Einsatzes ohne die Steuer und damit bei rund 5,03 % des eingezahlten Betrags von 100 €. Nimmt ein Anbieter stattdessen einen Quotenabschlag von 5,3 % vor, sinkt die Quote auf etwa 1,894 und die Auszahlung im Gewinnfall auf rund 189 €; der Nettoertrag fällt von 100 € auf etwa 89 €. Wird die Steuer erst vom Gewinn abgezogen, bleiben von den 100 € Bruttogewinn ungefähr 95 € übrig. Alle drei Wege liegen je nach Größe und Art der Wette in einer Bandbreite von rund 5 bis 10 % des Nettoertrags — die Untergrenze bei einem kleinen Abschlag in der Quote, die Obergrenze dort, wo Einsatz und Gewinn belastet werden. Die konkrete Belastung hängt davon ab, wie der jeweilige Anbieter rechnet und wie hoch die Quote des einzelnen Spiels ohnehin ist.

Das ist die Zahl, um die es bei der ganzen Diskussion geht: nicht 5,3 % auf der einen Seite und null auf der anderen, sondern ein Unterschied von einigen Prozentpunkten der Auszahlung, je nach Weg. Für jemanden, der einmal im Monat 20 € setzt, ist das ein Betrag, der in der Kaffeekasse verschwindet. Für jemanden mit hundert Wetten im Monat ist es der Unterschied zwischen zwei Angeboten, der jede andere Werbebotschaft schlägt, weil er sich mit jeder Wette wiederholt. Ein Abschlag in der Quote wirkt bei jeder Wette, eine Steuerzeile auf dem Wettschein nur bei denen, die man abschickt, und ein Abzug vom Gewinn ausschließlich bei den gewonnenen. Drei Mechanismen, drei Zeitpunkte, und keiner davon ist im Vorbeigehen zu erkennen — was erklärt, warum die Werbung so gern den vierten Weg bewirbt, den, bei dem niemand etwas sieht.

Spielerschutz bleibt Spielerschutz: Was die 0 % beim Verlustrisiko nicht ändern

Eine Werbung mit „0 % Wettsteuer“ ändert am Verlustrisiko nichts. Sie sagt nichts über die Quote, nichts über die Marge und nichts darüber, wie wahrscheinlich eine Wette aufgeht. Ein Anbieter, der den Steuerbetrag aus seiner Marge trägt, trägt ihn nicht aus Menschenfreundlichkeit, sondern weil er frühere Einsätze und damit mehr Gelegenheit zum Wetten gewinnt, und weil er auf die Spieldauer setzt. Wer eine Wette abschließt, sollte die Zahl im Kopf behalten, die über den Erwartungswert entscheidet: die Auszahlungsquote des Marktes, also der Anteil aller Einsätze, den dieses eine Marktsegment an die Spielenden zurückgibt. Der Rest ist die Marge. Bei einem Quotenschlüssel von 95 % behält der Anbieter fünf von hundert Einheiten — unabhängig davon, ob eine Steuerzeile auf dem Wettschein steht.

Ein Smartphone liegt mit dem Display nach unten auf einem Küchentisch, daneben stehen ein Glas Wasser und eine Armbanduhr.
Interwetten gibt in seinen AGB an, dass die Sportwettensteuer von Interwetten getragen wird; zum Ausgleich wird bei Wetten ein Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % vorgenommen.

Die Regeln, die den Spieler schützen sollen, gelten ohnehin unabhängig vom Steuerweg, und sie gelten nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis. Die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich. Pro Anbieter ist ein Konto vorgesehen, und vor der vollständigen Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Das Standard-Einzahlungslimit beträgt 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis das zulässt, kann für einen einzelnen Kunden ein höheres Limit festlegen — bis 10.000 €, und 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — aber nur gegen einen nachweisbaren Beleg der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit; eine Selbstauskunft reicht nicht. Eine Senkung des Limits gilt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. So geregelt ist auch, warum ein höheres Limit kein Kontoauszug-Privileg ist, sondern eine Ausnahme mit Nachweispflicht.

Parallelspiel ist untersagt. OASIS, das bundesweite Sperrsystem, wird bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt; wer sich selbst sperrt und dabei einen Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt, andernfalls mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst eine sofortige 24-stündige Sperre aus. Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis hängt an keinem dieser Systeme. Das ist der praktischste Unterschied im ganzen Vergleich, und er wird bei einem Anbieterwechsel selten bedacht: Wer sein Konto bei einem Haus ohne Erlaubnis führt, verliert das Selbstausschluss-System, die monatliche Limitschranke und den Weg zu einer deutschen Beschwerdestelle. Nicht, weil das Haus nicht will, sondern weil es an den Strukturen nicht beteiligt ist.

Dasselbe gilt für das Geld. Zahlungen sind nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut erlaubt; anonyme Zahlungsmittel sind untersagt, und genau das hält Krypto und anonyme Prepaidkarten aus dem lizenzierten deutschen Sportwettenmarkt. Wer sein Konto bei einem Anbieter ohne Erlaubnis führt, findet dort die Zahlungsfreiheit, die im deutschen System fehlt — und mit ihr den Verzicht auf die deutschen Schutzmechanismen, die an dieselbe Kontoführung gebunden sind. Die Freiheit und der Verzicht sind dasselbe Paket.

Was die „0 %“-Werbung verschweigt

Die Botschaft vom Steuervorteil überspringt die zweite Hälfte der Rechnung. Bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis gibt es keinen OASIS-Check, kein LUGAS-Limit, keinen Panikbutton und keine Aufsicht, die eine Auszahlungsverweigerung prüfen könnte. Das ist keine Warnung, sondern ein Tausch: höhere mögliche Limits und weniger Formalitäten gegen den Verlust der Mechanismen, die einen im Zweifel vor der eigenen Wette schützen. Der Handelnde ist der letzte Anbieter in der Kette, bei dem ein Beschwerdeweg nach deutschem Recht endet.

Anbieter mit Erlaubnis haben dagegen Grenzen, die den Alltag gestalten: 1.000 € monatlich als Regel, die Pflicht zum eigenen Zahlungskonto, im laufenden Spiel eingeschränkte Live-Märkte. Live-Wetten sind während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis sowie auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder einen vergleichbaren Bestandteil in Sportarten erlaubt, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball: ja. Nächster Satz im Tennis: ja. Nächster Punkt im Tennis und nächster Korb im Basketball: nein. Wer von einem ausländischen Anbieter kommt, wird diese Enge als Einschnitt erleben. Sie ist der Preis der Erlaubnis — und die Alternative ist der Verzicht auf die Rechtssicherheit, die mit ihr kommt.

Wer sich in einer schwierigen Phase befindet, findet Unterstützung unabhängig von jedem Anbietervergleich; die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert unter ihrer Telefonberatung, und OASIS steht auch für Angehörige offen. Diese Wege funktionieren nur im deutschen System, und sie sind für viele der eigentliche Wert der Whitelist.

Sportwetten ohne Steuerabzug im Test: Die zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis im Vergleich

Zehn Marken treten hier gegeneinander an, und keine davon ist austauschbar, weil sich ihre Antworten auf die Steuerfrage unterscheiden. Die Auswahl folgt keiner Rangfolge — wer die Liste liest, sollte nach den Kriterien suchen, die zur eigenen Setzweise passen. Ein Vielspieler mit kleinen Einsätzen braucht andere Antworten als jemand, der einmal im Monat mit dreistelligem Betrag setzt, und die Spalten unten ordnen nicht nach Meinung, sondern nach Nachprüfbarkeit.

Marke Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
1 888sport Sportwettenerlaubnis für die Domain, Inhaber 888 Germany Limited (888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der Gruppe) 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022
2 Betano Sportwettenerlaubnis für die Domain, Inhaber Betkick Sportsbetting Limited, San Giljan, Malta 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022
3 Tiptorro Sportwettenerlaubnis für die Domain, Anbieter der App ist die Torro Tec Limited (Malta) 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022
4 LeoVegas Sportwettenerlaubnis für die Domain, Inhaber LVSports Limited 21.10.2024
5 AdmiralBet Sportwettenerlaubnis für die Domain, Inhaber Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024
6 bpremium Sportwettenerlaubnis für die Domain, Inhaber Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022
7 NEO.bet Sportwettenerlaubnis für die Domain, Inhaber Greenvest Betting Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022
8 Sportingbet Sportwettenerlaubnis für die Domain, Inhaber Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022
9 Sportwetten.de Sportwettenerlaubnis für die Domain, Inhaber NetX Betting Limited 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022
10 bwin Sportwettenerlaubnis für die Domain, Inhaber bwin (Deutschland) Limited, Gzira, Malta 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022

Was diese Spalten erzählen, ist ungewöhnlich für eine Anbieterliste. Neun der zehn Häuser liegen bei der Ersterlaubnis in den Jahren 2020 und 2021, vier davon exakt am 9. Oktober 2020, und fast alle haben ihre Erlaubnis Ende 2022 einmal verlängern lassen. Von einer jungen deutschen Sportwettenlandschaft kann also keine Rede sein. Die Ausnahme ist LeoVegas mit dem 21. Oktober 2024, und wer nach einem Haus sucht, das in seiner Regulierungspraxis noch frisch ist, findet hier den einzigen Kandidaten mit einer Ersterlaubnis unter der Geltung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 in einem späteren Jahr — während ein Haus wie AdmiralBet zeigt, wie lang eine Erlaubnislinie laufen kann: Ersterlaubnis 2020, Folgeerlaubnisse 2022 und 2024, dazu eine Automaten-Erlaubnis für die eigene Slots-Domain seit dem 28. September 2022. Bei AdmiralBet ist besonders sauber zu sehen, was die Whitelist trennt: Die Sportwettenerlaubnis liegt bei der Greentube Betting Malta Limited, die Automatenspiele sind ein zweites, eigenes Feld mit eigenem Datum. Wer die Steuer umgehen will, muss wissen, dass sie Sportwetten betrifft — nicht das Automatenspiel.

An zwei Stellen lässt die Liste eine Lücke, und beide sagen etwas aus. LeoVegas listet als einziges Haus eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, aber die stammt vom 27. Februar 2023, also vor der Sportwettenerlaubnis — die Gruppe war über die Automaten im Markt, bevor sie Sportwetten anbot. Und bei Tiptorro steht in der App-Beschreibung, dass die App von der Torro Tec Limited angeboten wird, die sich als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt, während die Whitelist selbst eine Sportwettenerlaubnis für die Domain führt. Der Weg in den Markt über eine App und der Weg über die Whitelist sind nicht dasselbe, und wer sich auf eine App-Beschreibung verlässt, sollte die Behördenseite daneben halten.

Die Anbieter im Einzelnen: Wer trägt die Steuer, wer rechnet sie ein

888sport: Internationale Gruppe, deutsche Erlaubnis, zurückhaltende Steuerkommunikation

Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie notiert seit September 2005 an der London Stock Exchange. Auf der Whitelist steht für 888sport die 888 Germany Limited als Inhaber der Sportwettenerlaubnis, mit Ersterlaubnis vom 30. Juni 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022. Ein Haus mit einem börsennotierten Mutterkonzern arbeitet unter anderen Berichtspflichten als eine kleine Marke, und das hat eine Nebenwirkung auf das Steuerthema: Solche Anbieter sind in der Regel zurückhaltend mit Slogans, die einen Steuervorteil behaupten, weil sie sich jeden Satz auf der Startseite von der Aufsicht vorhalten lassen müssten. Wer hier setzt, findet die Details der Steuerbehandlung eher im Regelwerk als in der Werbung.

Wer sich für 888sport entscheidet, entscheidet sich für eine Struktur, die bei ihrer eigenen Aufsicht genau geprüft wird, und für eine Erlaubnislinie, die seit 2021 in zwei Schritten erneuert wurde. Der Anbieter passt zu jemandem, der eine große Gruppe mit einem bekannten Aktienkennzeichen dahinter schätzt und dem eine bewusst nüchterne Kommunikation lieber ist als ein Quotenversprechen.

Betano: Maltesischer Inhaber, klare Whitelist-Position und eine kurze Erlaubnislinie

Die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan auf Malta ist der Inhaber der Sportwettenerlaubnis für Betano, eingetragen mit Ersterlaubnis vom 19. Februar 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Der Standort des Halters ist für den Nutzer ohne praktische Bedeutung — die Erlaubnis, die zählt, ist die deutsche, und die ist über die Whitelist nachprüfbar. Was in diesem Fall auffällt: Betano gehört zu den wenigen Häusern der Liste, die erst unter dem seit dem 1. Juli 2021 geltenden Glücksspielstaatsvertrag 2021 an den Start gingen, und die Linie aus 2021 und 2022 liest sich wie die eines Anbieters, der sich an ein neues Regelwerk anpassen musste, statt eines Hauses, das die Regeln mitgeschrieben hat.

Für die Steuerfrage ist das neutral, für die Auswahl nicht. Wer wissen will, wo sich ein Anbieter verbiegen musste, schaue auf die Folgeerlaubnis-Daten: Häuser mit Ersterlaubnis 2020 und einer Verlängerung Ende 2022 haben die Umstellung des Glücksspielstaatsvertrags mitgemacht, Betano ist in einer späteren Welle dazugekommen.

Tiptorro: App-Fokus, kleiner Anbieter mit Whitelist-Nachweis

Tiptorro kommt über eine App in den Markt: Im App Store wird die Anwendung von der Torro Tec Limited mit Sitz auf Malta angeboten, die sich als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt. Die Whitelist führt für die Domain eine Sportwettenerlaubnis mit Ersterlaubnis vom 30. Juni 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Ein Haus, das über ein App-Ökosystem wirbt, hat einen Vorteil, der sich nicht in Datumsspalten abbilden lässt: Der Wettschein liegt in derselben Oberfläche wie der Rest des Lebens, und das senkt die Hürde für den ersten Einsatz mehr als jede Bonuszeile.

Diese Hürde ist zugleich die Gefahr. Eine App, die einen Einsatz so leicht macht wie eine Getränkebestellung, verändert die Frequenz — und bei einem Quotenabschlag zahlt sich Frequenz nicht aus. Wer Tiptorro nutzt, sollte die Bequemlichkeit als Komfort verbuchen, nicht als Preisvorteil.

LeoVegas: Später Start im Sportwettenmarkt, Erlaubnis seit Oktober 2024

Für LeoVegas führt die Whitelist die LVSports Limited mit einer Sportwettenerlaubnis seit dem 21. Oktober 2024 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 27. Februar 2023. Die Reihenfolge ist bemerkenswert: erst Automaten, dann Sportwetten — der Anbieter war also schon im deutschen Markt und hat seine Produktlinie später erweitert. Wer ein Sportwettenangebot mit der Selbstverständlichkeit eines jungen Buchmachers sucht und reine Sportanbieter meidet, findet hier einen Zwischenweg. Der Sportwettenteil ist der jüngste auf dieser Liste, was Mut zur neuen Regulierungspraxis bedeutet und zugleich weniger Erfahrung mit dem deutschen Markt unter wechselnden Bedingungen.

Wer Wert darauf legt, sein Sportwettenkonto bei einem Haus zu führen, das seine deutsche Erlaubnis zuletzt bekommen hat, hat mit LeoVegas genau einen Kandidaten. Wer eine über Jahre gewachsene Wettsparte sucht, findet sie bei den vier Häusern mit Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020.

AdmiralBet: Lange Erlaubnislinie und ein besonders klarer Beweis für die Whitelist-Logik

AdmiralBet wird in der Whitelist von der Greentube Betting Malta Limited geführt, mit einer Sportwettenerlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und vom 29. Juli 2024. Für virtuelle Automatenspiele auf der eigenen Slots-Domain besteht eine Erlaubnis seit dem 28. September 2022. Zwei Erlaubnisse, zwei Produkte, zwei Daten — und ein Haus, das über den längsten Zeitraum dieser Liste im deutschen System arbeitet. In vier Jahren mit zwei Verlängerungen durch eine Phase der Regulierungsänderungen zu kommen, ist eine Aussage über die Verwaltung eines Anbieters, nicht über sein Wettprogramm.

Wer hier setzt, wählt ein Haus, das sich in drei Erlaubnisgängen bewährt hat und dessen Sportwetten- und Casino-Erlaubnisse deutlich getrennt geführt werden. Für Leser, die unklare Verantwortlichkeiten im Kleingedruckten fürchten, ist diese Trennung ein Vorteil: Bei AdmiralBet steht auf der Whitelist gleich neben der Sportwetten-Erlaubnis, dass die Automatenspiele eine eigene Sache sind.

bpremium: Große Marke im Rücken, Abhängigkeit von der Zahlungsmethode

Hinter bpremium steht als Inhaber der Erlaubnis die Ladbrokes (Deutschland) Limited, mit Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Ein alter Name der britischen Wettindustrie in deutscher Erlaubnisform ist kein Zufall, sondern eine der beiden üblichen Konstruktionen: Der Konzern gründet eine deutsche Gesellschaft, die die Whitelist-Position hält. Bei den Auszahlungsgebühren hängt viel von der gewählten Zahlungsmethode ab; bei Banküberweisungen in Euro innerhalb des SEPA-Raums fallen die regulären Inlandsgebühren der Banken an, auf die der Anbieter keinen Einfluss hat. Das ist eine unscheinbare Zeile mit Folgen: Wer ohnehin mit hoher Frequenz setzt, merkt den Unterschied zwischen einem kostenlosen E-Wallet-Weg und einer Überweisung über Wochen, während ein Wenigspieler ihn kaum bemerkt.

Für die Steuerfrage liegt der interessante Teil nicht in der Gebührenliste, sondern in der Konzernstruktur. Ein Haus mit einer deutschen Gesellschaft als Erlaubnisinhaberin und einer bekannten Dachmarke hat wenig Interesse daran, mit einem Steuerslogan aufzufallen — Steuerargumente überlässt man dort lieber dem Namen.

NEO.bet: Solider Inhaber, wenig Angriffsfläche und keine Vordergrund-Bühne

Die Whitelist führt für NEO.bet die Greenvest Betting Limited als Betreiberin, mit einer Sportwettenerlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Ein Haus mit einer Erlaubnislinie wie viele andere auf dieser Liste — und mit einem Profil, das ohne spektakuläre Werbebotschaften auskommt. Genau das kann ein Vorteil sein: Anbieter, die nicht mit Steuerslogans arbeiten, laden den Vergleich weniger mit Behauptungen auf, und wer die Preise vergleichen will, bekommt bei ihnen eher die Quoten zu sehen als das Marketing.

Wer das Kleingedruckte selbst liest und keine Botschaft braucht, ist bei einem solchen Haus gut aufgehoben. Die Erlaubnis ist da, der Inhaber ist benannt, das Datum ist nachprüfbar — mehr lässt sich über die Whitelist nicht sagen, und mehr braucht es für den ersten Schritt auch nicht.

Sportingbet: Steuer als eigener Posten im Regelwerk

Sportingbet nennt in seinen Wettregeln eine Steuer von „5% des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes; bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % des Bruttogewinns — also des Einsatzes mal Quote — vom Gewinn ein. Das ist eine der klarsten Steuerregelungen in diesem Vergleich, weil sie den Betrag an einer Stelle nennt und die Bezugsgröße gleich mitliefert. Der Haken liegt in der Bezugsgröße selbst: Ein Abzug nur auf den Gewinn trifft den Kunden bei verlorenen Wetten gar nicht und bei gewonnenen voll. Wer häufig auf Favoriten setzt, also mit niedrigen Quoten und vielen kleinen Erträgen, zahlt bei diesem Modell anteilig mehr als jemand, der selten auf Außenseiter setzt.

Der Inhaber der Erlaubnis, die Sportingbet (Deutschland) Limited, ist mit Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022 eingetragen. Das Haus passt zu jemandem, der Gewissheit über die Abzüge vor dem Absenden des Wettscheins will und den Aufwand akzeptiert, dafür eine Regelwerkszeile lesen zu müssen.

Sportwetten.de: Zahlungsvielfalt und sofortige Wege im Vordergrund

Bei Sportwetten.de umfasst die Zahlungsliste Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung über Trustly, Kreditkarte von Visa und Mastercard, Banküberweisung, Skrill und Aircash — für alle ist „Keine“ Gebühr und „Sofort“ als Bearbeitung angegeben, mit einem Mindestbetrag von 10,00 € bei Trustly, Skrill und Aircash. Einzahlungen über Dritte sind nicht gestattet. Für ein Haus, dessen Name selbst die Gattung ist, ist diese Liste das eigentliche Unterscheidungsmerkmal: PayPal neben Aircash ist eine Kombination, die den Zahlungsalltag abdeckt, ohne dass der Nutzer sein Bankkonto mit jedem Einsatz belastet. Die Zahlungsführung im eigenen Namen bleibt davon unberührt, das schreibt das Geldwäschegesetz ohnehin vor.

Die Erlaubnis liegt bei der NetX Betting Limited, mit Ersterlaubnis vom 19. November 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Ein Haus mit einem sprechenden Namen und einem breiten Zahlungsangebot richtet sich an Leser, die zuerst die Einzahlung testen und dann die Quoten — wer so vorgeht, sollte die Steuerfrage trotzdem nicht nach hinten schieben, denn die Zahlung ist bequem, die Wette entscheidet aber über den Ertrag.

bwin: Deutsche Gesellschaft als Inhaber, alte Marke mit neuer Erlaubnislinie

Die Whitelist führt für bwin die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira auf Malta, mit Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022. Die Marke ist eine der bekanntesten im deutschen Sportwettengeschäft, und die Erlaubnisstruktur zeigt, wie der Markt seit 2020 aussieht: Der Name bleibt, die Gesellschaft ist eine neue. Für den Nutzer bedeutet das vor allem, dass das Spielangebot des Namens nicht identisch mit dem ist, was unter der deutschen Erlaubnis läuft — der deutsche Sportwettenmarkt folgt dem Sportwettprogramm der Aufsicht, und was darüber hinaus existiert, ist eine andere Sache.

Wer eine eingeführte Marke mit deutscher Erlaubnis und einer Kommunikation sucht, die auf dem Massenmarkt funktioniert, wird hier eine Antwort finden. Wer die Steuerfrage als erstes Kriterium nimmt, findet beim Namen allein keine Antwort — sie steht im Regelwerk, nicht im Logo.

Wer die 5,3 % trägt, ist keine Frage des Anbieters allein

Der Vergleich der zehn Häuser zeigt ein Muster, das man erst beim zweiten Durchgang sieht: Kein Anbieter auf der Whitelist umgeht die Steuer. Sie ist eine Abgabe auf jede Sportwette, unabhängig davon, wie der Anbieter sie verbucht. Der Unterschied liegt allein darin, wo der Betrag aus der Rechnung verschwindet — in der Quote, im Einsatz, im Gewinn oder in der Marge. Diese vier Orte führen zu vier Kundenerlebnissen und zu vier Preisniveaus, und keines davon hieße „ohne Steuer“, wenn das Werbewort nicht so gut funktionieren würde.

Für die Wahl folgt daraus kein Testsieger, sondern eine Entscheidungsregel. Wer mit vielen kleinen Einsätzen arbeitet, interessiert sich zuerst für den Quotenweg, weil dort der Abschlag bei jedem Ticket greift und sich in der Summe bemerkbar macht. Wer selten und mit größeren Beträgen setzt, kommt mit einer offenen Steuerzeile auf dem Wettschein gut zurecht, weil er sie sieht und eingreifen kann. Wer auf Favoriten setzt, sollte den Gewinnabzug kennen, weil er ihn bei jeder gewonnenen Wette trifft. Und wer aus dem Ausland kommt, wo höhere Limits normal sind, muss sich mit der Frage auseinandersetzen, was ihm die deutsche Erlaubnis wert ist: Sie bringt OASIS, die monatliche Einzahlungsgrenze, das eigene Zahlungskonto und eingeschränkte Live-Märkte — und sie bringt eine Aufsicht, die im Streitfall ansprechbar ist.

Der Vorfall, der 2026 durch die Behördenmeldungen ging, sollte dabei im Hinterkopf bleiben: Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder warnte am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten, und nannte als Beispiel Platincasino. Kein ausländischer Anlasser wird in Deutschland dadurch legal, dass er sich selbstbewusst präsentiert.

Die Steuer selbst ist keine Gefälligkeit des Anbieters, sondern ein Kostenfaktor des Geschäfts. Sie wird seit dem 1. Juli 2012 erhoben, und die Gesamteinnahmen aus Glücksspiel in Deutschland betrugen 2023 rund 2,48 Milliarden Euro — ein Rückgang von 3,6 % gegenüber dem Vorjahr, wovon allein die Lotteriesteuer mit rund 1,77 Milliarden Euro 71 % ausmachte. Von diesen Summen kommt der Sportwettenanteil überwiegend von den Häusern, die Einsätze annehmen und auszahlen. Wer sich darüber beschwert, dass ein Quotenabschlag von 5,3 % existiert, beschwert sich über eine Abgabe, die seit über einem Jahrzehnt Teil des Marktes ist.

Häufig gestellte Fragen zur Sportwettensteuer

In welcher Höhe fällt die Sportwettensteuer an, und worauf wird sie berechnet?

Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage nach §§ 17 und 18 des Rennwett- und Lotteriegesetzes, wobei diese Grundlage der gezahlte Einsatz abzüglich der Steuer selbst ist (rund 5 % des eingezahlten Betrags). Die Formulierung „5,3 % vom Einsatz“ beschreibt den Mechanismus nur ungefähr.

Wen trifft die Steuerschuld — den Anbieter oder den Spielenden?

Nach § 19 des Rennwett- und Lotteriegesetzes schuldet der Veranstalter der Wette die Steuer, nicht die Person, die den Wettschein abschickt. Ob und wie er sie weitergibt, liegt in seiner Hand. Deshalb kann derselbe gesetzliche Satz bei zwei Anbietern zwei verschiedene Rechnungen ergeben.

Was bedeuten Werbeaussagen wie „0 % Wettsteuer“ für Quote und Auszahlung?

Sie beschreiben einen Anbieter, der die Abgabe aus seiner Marge trägt. Das ist möglich und die angenehmste Variante für den Kunden. Es sagt aber nichts über die Höhe der Quoten. Ein eingerechneter Abschlag kann mehr kosten als eine offen ausgewiesene Steuerzeile auf dem Wettschein.

Wie wirkt sich ein Quotenabschlag von 5,3 % auf einen Gewinn aus?

Bei einer Einzelwette von 100 € zu einer Quote von 2,00 reduziert der Abschlag die Quote auf etwa 1,894 und die Auszahlung im Gewinnfall auf rund 189 €. Der Nettoertrag sinkt damit von rechnerisch 100 € auf ungefähr 89 €. Vom Einsatz zieht ein solches Modell nach den zugrunde liegenden Bedingungen nichts ab.

Warum werben Anbieter ohne deutsche Erlaubnis mit steuerfreien Wetten, und was fehlt dort?

Sie führen die Steuer an ihrer eigenen Aufsichtsbehörde ab, nicht an ein deutsches Finanzamt. In Deutschland fehlt ihnen dagegen alles, was an eine Erlaubnis gebunden ist: OASIS, die Limitdatei LUGAS und ein Beschwerdeweg nach deutschem Recht. Ein nicht deutsches Steuerregime ist kein Freibrief.

Seit wann gilt die Sportwettensteuer in Deutschland?

Erhoben wird sie seit dem 1. Juli 2012. Im Jahr 2023 brachte sie 409 Millionen Euro ein, 5,2 % weniger als im Vorjahr, aber 116,8 % mehr als 2013, als die Einnahmen 189 Millionen Euro betragen hatten. Die Steuer ist also kein kurzfristiges Experiment, sondern eine Größe mit mehr als einem Jahrzehnt Geschichte.

Inhalt erstellt vom Team «Asian Handicap»